Gerader Rücken, gesunde Bandscheiben: Ein Sitzball fürs Büro ist eine Alternative zum Bürostuhl.

Wie lange darf man auf einem Gymnastikball sitzen?

Wie lange man auf einem Gymnastikball sitzen sollte, hängt natürlich auch von Ihrer körperlichen Verfassung ab. Eines vorweg: Übertreiben sollten Sie es nicht, denn unsere Bandscheiben brauchen auch Phasen, in denen man sie entlastet. Das erreichen Sie, indem Sie auch mal auf einem Bürostühl lümmeln.

Wer auf einem Bürostuhl auch einmal sein Becken nach vorne bringt, sich zurücklehnt und die Beine ausstreckt, tut dem Rücken etwas Gutes. Freilich sollten Sie so nicht ihren gesamten Arbeitstag verbringen, aber ab und zu für ein paar Minuten entlasten nicht nur Sitzfleisch, sondern eben auch die Bandscheiben.

Wie lange ist zu lang?

Generell sollten Sie auf Ihr Gefühl hören. Wenn bei Ihnen keine Rückenbeschwerden vorliegen, die Wirbelsäule gesund ist und die Bandscheiben keine Probleme machen, spricht nichts dagegen, auch mal länger auf Ihrem Sitzball zu bleiben. Allerdings scheiden sich auch hier die Geister. Sie sitzen auf einem Sitzball grundsätzlich etwas „kippelig“, wenn Sie ihn nicht zum Beispiel mit einem Gymnastikball-Stuhl nutzen oder ihn mit einem Bodenring fixieren. Kritiker sagen, dass hierbei eine gewisse Unfallgefahr besteht. Den ganzen Tag sollte man aber ohnehin nicht auf dem Ball sitzen, weil es – siehe oben – unseren Bandscheiben gut tut, sich auch mal zu entspannen.

Unsere Empfehlung

In zahlreichen Ratgebern im Internet findet man die Angabe, dass etwa ein Drittel des Arbeitstages auf einem Sitzball verbracht werden sollte. Das hängt auch davon ab, wie bewegungsintensiv Ihr Arbeitsalltag ist. Müssen Sie häufig aufstehen, etwa weil Sie Unterlagen heraussuchen müssen oder zu meetings müssen? Dann kommen Sie ohnehin vermutlich nicht in die Situation, zu lange auf dem Sitzball zu sitzen.

  • Verwenden Sie in jedem Fall einen Ball, der auch als Sitzball geeignet ist. Ein reiner Gymnastikball ist für langes Sitzen weniger geeignet.
  • Achten Sie darauf, dass der Sitzball schwingungsgedämpft ist. Dadurch sitzen Sie stabiler in einer Position. Besonders wichtig ist das bei Bildschirmarbeit, wo die Augen konstant einen bestimmten Punkt (Monitor) fixieren müssen. Wenn Sie hoch und runter schaukeln, schadet das nicht nur den Halswirbeln, sondern auch den Augen.
  • Bei Übergewicht oder wenn Sie schwanger sind, sollten Sie vorher Ihren Physiotherapeuten oder Arzt fragen.
  • Achten Sie genau auf die Gymnastikball-Größe.
  • Machen Sie Pausen, und setzen Sie sich auch auf andere Sitzmöbel.

Wenn Ihnen die Sitzball-Variante nicht so recht zusagt, sollten Sie eventuell über die Anschaffung eines Keil-Ballkissens nachdenken. Dieses ist ebenso effektiv wie ein Sitzball, aber weniger groß und dadurch auch weniger auffällig.